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Hunde in guten Händen in der Tierarztpraxis Fiddike

Patient Hund

Der Hund als Patient – aufmerksam begleiten, Veränderungen früh erkennen

Hunde sind treue Begleiter und meist sehr eng in das Leben ihrer Menschen eingebunden. Gerade deshalb fallen Veränderungen im Verhalten, in der Bewegung oder im Allgemeinbefinden häufig schnell auf. Doch nicht immer sind Schmerzen oder Erkrankungen eindeutig zu erkennen. Weniger Freude an Bewegung, verändertes Fress- oder Trinkverhalten, Unruhe, Rückzug oder eine ungewohnte Körperhaltung können erste Hinweise darauf sein, dass es Ihrem Hund nicht gut geht.

In unserer Kleintierpraxis nehmen wir uns Zeit, Ihren Hund gründlich zu untersuchen und seine individuellen Bedürfnisse zu berücksichtigen. Neben der Behandlung akuter Beschwerden spielt auch die Vorsorge eine wichtige Rolle. Regelmäßige Gesundheitschecks können dazu beitragen, Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig zu behandeln – vom jungen Hund bis ins hohe Alter.

Auf unserer Seite finden Sie Informationen zu häufigen Erkrankungen des Hundes, zu Vorsorge, Diagnostik, Ernährung und verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten.

Unser Ziel ist es, nicht nur einzelne Symptome zu betrachten, sondern möglichst die Ursache einer Erkrankung zu erkennen und gemeinsam mit Ihnen die passende Therapie für Ihren Hund zu finden.

Übersicht
Blasensteine
Blasensteine beim Hund – Ursachen, Symptome und Behandlung


Blasensteine beim Hund, medizinisch Urolithen genannt, entstehen, wenn sich bestimmte Mineralstoffe im Urin zu Kristallen und schließlich zu festen Steinen zusammenlagern. Sie können einzeln oder in größerer Anzahl auftreten und unterschiedlich groß werden.

Blasensteine können die Schleimhaut der Harnblase reizen, Schmerzen und Blutungen verursachen und wiederkehrende Harnwegsinfektionen begünstigen. Besonders gefährlich wird es, wenn ein Stein in die Harnröhre gelangt und den Urinabfluss blockiert.

Kann ein Hund keinen Urin mehr absetzen, handelt es sich um einen tiermedizinischen Notfall.


Welche Blasensteine gibt es beim Hund?


Nicht jeder Blasenstein ist gleich. Die genaue Zusammensetzung ist entscheidend, da sich Behandlung und Vorbeugung je nach Steinart deutlich unterscheiden.


Struvitsteine


Struvitsteine bestehen überwiegend aus Magnesium-Ammonium-Phosphat.

Beim Hund stehen Struvitsteine – anders als bei der Katze – häufig im Zusammenhang mit einer bakteriellen Harnwegsinfektion. Bestimmte Bakterien produzieren das Enzym Urease, wodurch sich der Urin verändert und die Bildung von Struvitsteinen begünstigt werden kann.

Struvitsteine können unter geeigneten Voraussetzungen mit einer speziellen therapeutischen Diät aufgelöst werden. Gleichzeitig muss eine vorhandene bakterielle Infektion gezielt behandelt werden.


Calciumoxalatsteine


Calciumoxalatsteine können nicht durch eine spezielle Diät aufgelöst werden. Je nach Größe und Lage müssen sie deshalb entfernt werden.

Nach der Entfernung ist die Vorbeugung besonders wichtig, da Calciumoxalatsteine erneut auftreten können.


Uratsteine


Uratsteine entstehen im Zusammenhang mit dem Purinstoffwechsel.

Eine besondere genetische Veranlagung besteht beispielsweise beim Dalmatiner. Auch bei Hunden mit bestimmten Lebererkrankungen oder einem portosystemischen Shunt können Uratsteine auftreten.


Cystinsteine


Cystinsteine entstehen aufgrund einer erblich bedingten Störung des Aminosäuretransports in den Nieren.

Sie treten insbesondere bei genetisch prädisponierten Hunden auf und betreffen häufig Rüden.

Weitere, seltenere Steinarten sind ebenfalls möglich.


Welche Hunderassen sind häufiger betroffen?


Grundsätzlich kann jeder Hund Blasensteine entwickeln. Für bestimmte Steinarten bestehen jedoch deutliche Rasse- und teilweise auch Geschlechtsprädispositionen.

Zu den häufiger betroffenen bzw. für bestimmte Urolithen prädisponierten Rassen gehören beispielsweise:

  • Dalmatiner – insbesondere Uratsteine

  • Zwergschnauzer – erhöhtes Risiko für verschiedene Harnsteinarten, insbesondere Calciumoxalat

  • Bichon Frisé – unter anderem Calciumoxalat

  • Lhasa Apso – unter anderem Calciumoxalat

  • Shi Tzu – verschiedene Harnsteinarten

  • Yorkshire Terrier – unter anderem Calciumoxalat und Urat

  • Englische Bulldogge – unter anderem Urat- und Cystinsteine

  • Neufundländer – genetische Prädisposition für Cystinurie

Eine Rassedisposition bedeutet jedoch nicht, dass jeder Hund dieser Rasse Blasensteine entwickelt. Ernährung, Geschlecht, Alter, Infektionen, Stoffwechsel und genetische Faktoren spielen ebenfalls eine Rolle.


Warum entstehen Blasensteine beim Hund?


Die Entstehung von Blasensteinen wird meist von mehreren Faktoren beeinflusst.

Mögliche Ursachen und Risikofaktoren sind:

  • bakterielle Harnwegsinfektionen

  • genetische Veranlagung

  • Veränderungen des Urin-pH-Wertes

  • stark konzentrierter Urin

  • geringe Wasseraufnahme

  • Stoffwechselstörungen

  • bestimmte Lebererkrankungen

  • Zusammensetzung der Nahrung

  • individuelle Veränderungen des Mineralstoffwechsels

Welche Faktoren entscheidend sind, hängt stark von der jeweiligen Steinart ab.


Welche Symptome verursachen Blasensteine?


Kleine Blasensteine können zunächst unbemerkt bleiben. Häufig treten jedoch typische Harnwegsbeschwerden auf:

  • häufiges Wasserlassen

  • Absetzen kleiner Urinmengen

  • Pressen beim Urinieren

  • Schmerzen beim Wasserlassen

  • Blut im Urin

  • häufiges Lecken im Genitalbereich

  • Unruhe

  • plötzliches Urinieren in der Wohnung

  • wiederkehrende Blasenentzündungen

  • auffälliger oder unangenehm riechender Urin

Bei manchen Hunden werden Blasensteine erst entdeckt, weil immer wieder eine vermeintliche „Blasenentzündung“ auftritt.


Besonders wichtig beim Rüden


Beim Rüden ist die Harnröhre lang und an mehreren Stellen relativ eng. Kleine Blasensteine können aus der Blase in die Harnröhre gelangen und dort stecken bleiben.

Der Hund versucht dann häufig zu urinieren, presst stark, setzt aber nur einzelne Tropfen oder überhaupt keinen Urin mehr ab.

Ein vollständiger Harnröhrenverschluss ist ein Notfall!


Kann der Hund keinen Urin mehr absetzen, steigt der Druck in den ableitenden Harnwegen. Nierenfunktion und Elektrolythaushalt können schwer beeinträchtigt werden.

Ein Hund, der trotz wiederholter Versuche keinen Urin absetzen kann, muss sofort tierärztlich behandelt werden.


Wie werden Blasensteine diagnostiziert?


Zur Diagnostik können verschiedene Untersuchungen miteinander kombiniert werden.

Urinuntersuchung

Untersucht werden beispielsweise:

  • spezifisches Gewicht

  • Urin-pH-Wert

  • Blut

  • Entzündungszellen

  • Kristalle

  • Hinweise auf eine bakterielle Infektion

Bei Verdacht auf eine Infektion kann zusätzlich eine bakteriologische Untersuchung mit Antibiogramm sinnvoll sein.

Wichtig: Kristalle im Urin bedeuten nicht automatisch, dass tatsächlich Blasensteine vorhanden sind. Umgekehrt können Blasensteine vorhanden sein, obwohl in einer einzelnen Urinprobe keine Kristalle gefunden werden.


Ultraschall

Mit einer Ultraschalluntersuchung können viele Blasensteine sowie Veränderungen der Blasenwand erkannt werden.


Röntgen

Viele Harnsteine sind auf Röntgenaufnahmen gut sichtbar. Einige Steinarten sind jedoch weniger röntgendicht und können weitere Untersuchungsverfahren erforderlich machen.


Wie werden Blasensteine behandelt?


Die Behandlung hängt von Steinart, Größe, Anzahl und Lage der Steine sowie den Beschwerden des Hundes ab.

Mögliche Behandlungsverfahren sind:

  • spezielle therapeutische Diät

  • gezielte Behandlung einer bakteriellen Harnwegsinfektion

  • Erhöhung der Flüssigkeitsaufnahme

  • Entfernung kleiner Steine mit geeigneten minimalinvasiven Verfahren

  • operative Entfernung

  • Behandlung eines Harnröhrenverschlusses


Können Blasensteine mit Futter aufgelöst werden?


Das hängt von der Steinart ab.


Struvitsteine:
Können unter geeigneten Bedingungen häufig durch eine spezielle Diät aufgelöst werden. Besteht gleichzeitig eine bakterielle Infektion, muss diese entsprechend behandelt werden.


Calciumoxalatsteine:
Können durch eine Diät nicht aufgelöst werden.


Urat- und Cystinsteine:
Hier hängt das Vorgehen von Ursache, Größe und individueller Situation ab. Ernährung und gegebenenfalls Medikamente können Bestandteil der Therapie und Vorbeugung sein.

Deshalb sollte nicht einfach irgendein „Urinary-Futter“ eingesetzt werden, ohne zu wissen, welche Steinart wahrscheinlich vorliegt.


Steinanalyse – wichtig für die weitere Behandlung


Werden Blasensteine entfernt, sollte nach Möglichkeit eine Steinanalyse durchgeführt werden.

Nur dadurch lässt sich die genaue Zusammensetzung sicher bestimmen. Das Ergebnis hilft dabei, die weitere Ernährung und Vorbeugung gezielt auf den jeweiligen Hund abzustimmen.

Dies ist besonders wichtig, weil Maßnahmen, die bei einer Steinart sinnvoll sind, bei einer anderen Steinart ungeeignet sein können.


Wie kann man neuen Blasensteinen vorbeugen?


Die Vorbeugung richtet sich immer nach der festgestellten Steinart.

Grundsätzlich können folgende Maßnahmen wichtig sein:

  • ausreichende Wasseraufnahme

  • regelmäßige Möglichkeiten zum Urinabsatz

  • Vermeidung stark konzentrierten Urins

  • an die Steinart angepasste Ernährung

  • regelmäßige Urinkontrollen

  • Behandlung bestehender Harnwegsinfektionen

  • Gewichtskontrolle

  • Kontrollultraschall bei Risikopatienten

Bei Hunden, die bereits Blasensteine hatten, sind regelmäßige Kontrollen besonders sinnvoll.


Blasenentzündung oder Blasensteine?


Die Symptome einer Blasenentzündung und von Blasensteinen können nahezu identisch sein.

Insbesondere bei wiederkehrenden Blasenentzündungen, Blut im Urin oder wiederholtem Pressen beim Wasserlassen sollte deshalb geprüft werden, ob Blasensteine oder andere Veränderungen der Harnwege vorhanden sind.

Eine reine Behandlung der Symptome reicht bei wiederkehrenden Beschwerden häufig nicht aus. Entscheidend ist, die zugrunde liegende Ursache zu finden und gezielt zu behandeln.


Fazit


Blasensteine beim Hund können unterschiedliche Ursachen und Zusammensetzungen haben. Besonders häufig sind Struvit- und Calciumoxalatsteine, daneben kommen unter anderem Urat- und Cystinsteine vor.

Eine genaue Diagnostik ist entscheidend, da nicht jede Steinart gleich behandelt werden kann. Neben Urinuntersuchung, Ultraschall und gegebenenfalls Röntgen liefert insbesondere die Analyse entfernter Steine wichtige Informationen für eine gezielte Vorbeugung.


Zeigt Ihr Hund Schmerzen beim Wasserlassen, Blut im Urin oder wiederkehrende Harnwegsprobleme, sollte die Ursache tierärztlich abgeklärt werden.


Kann Ihr Hund keinen Urin mehr absetzen, handelt es sich um einen Notfall. Bitte suchen Sie umgehend tierärztliche Hilfe auf.
Bauchspeicheldrüsenerkrankungen
Bauchspeicheldrüsenerkrankungen beim Hund


Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse kommen beim Hund relativ häufig vor. Besonders die Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) kann plötzlich auftreten oder sich über längere Zeit entwickeln.

Die Beschwerden reichen von leichten Verdauungsproblemen bis hin zu einem schweren, lebensbedrohlichen Krankheitsbild. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind deshalb besonders wichtig.


Welche Aufgaben hat die Bauchspeicheldrüse?


Die Bauchspeicheldrüse – medizinisch Pankreas – erfüllt zwei wichtige Aufgaben.

Zum einen produziert sie Verdauungsenzyme, die im Dünndarm benötigt werden, um Fette, Eiweiße und Kohlenhydrate aus der Nahrung aufzuspalten.

Zum anderen bildet sie Hormone wie Insulin und Glukagon, die eine wichtige Rolle bei der Regulation des Blutzuckerspiegels spielen.


Pankreatitis – Entzündung der Bauchspeicheldrüse


Bei einer Pankreatitis kommt es zu einer Entzündung des Bauchspeicheldrüsengewebes. Man unterscheidet zwischen einer akuten und einer chronischen Pankreatitis.

Eine akute Pankreatitis kann sehr plötzlich auftreten und teilweise schwer verlaufen. Bei einer chronischen Pankreatitis können die Beschwerden dagegen weniger auffällig sein und in wiederkehrenden Schüben auftreten.


Welche Symptome können auftreten?


Typische Anzeichen einer Pankreatitis beim Hund sind:

  • Appetitlosigkeit

  • Erbrechen

  • Durchfall

  • Bauchschmerzen

  • gekrümmte Körperhaltung

  • Unruhe oder Rückzug

  • Schwäche und Müdigkeit

  • Austrocknung

  • Fieber

  • Gewichtsverlust

Manche Hunde zeigen aufgrund der Bauchschmerzen die sogenannte Gebetsstellung: Die Vorderbeine und der Brustkorb liegen auf dem Boden, während das Hinterteil angehoben bleibt.

Bei schweren Verläufen können Kreislaufprobleme und eine deutliche Verschlechterung des Allgemeinzustandes auftreten.


Was kann eine Pankreatitis auslösen?


Nicht immer lässt sich eine eindeutige Ursache feststellen. Verschiedene Faktoren können jedoch das Risiko erhöhen.

Dazu gehören unter anderem:

  • sehr fettreiche Mahlzeiten

  • starkes Übergewicht

  • bestimmte Medikamente

  • erhöhte Blutfettwerte

  • hormonelle oder andere Grunderkrankungen

  • vorausgegangene Erkrankungen oder Belastungen des Organismus

Ein typischer Auslöser kann beispielsweise die Aufnahme einer ungewöhnlich großen oder sehr fettreichen Mahlzeit sein.


Wie wird eine Pankreatitis festgestellt?


Da Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen auch bei zahlreichen anderen Erkrankungen vorkommen, sind weitere Untersuchungen notwendig.

Je nach Krankheitsbild können sinnvoll sein:

  • allgemeine klinische Untersuchung

  • Blutuntersuchung

  • Bestimmung der pankreasspezifischen Lipase (cPL)

  • Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes

  • Kontrolle von Leber-, Nieren-, Elektrolyt- und Blutzuckerwerten

  • gegebenenfalls weitere Untersuchungen

Die Diagnose ergibt sich häufig aus der Kombination von klinischen Symptomen, Laboruntersuchungen und Ultraschallbefunden.


Wie wird eine Pankreatitis behandelt?


Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung.

Mögliche Therapiemaßnahmen sind:

  • Infusionstherapie bei Flüssigkeitsverlust

  • konsequente Schmerztherapie

  • Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen

  • frühzeitige und angepasste Ernährung

  • Behandlung von Begleiterkrankungen

  • bei schweren Fällen stationäre Überwachung und intensive Therapie

Eine Pankreatitis sollte nicht unterschätzt werden. Insbesondere Hunde mit wiederholtem Erbrechen, deutlichen Bauchschmerzen oder einem schlechten Allgemeinzustand sollten zeitnah tierärztlich untersucht werden.


Ernährung bei Bauchspeicheldrüsenproblemen


Die Ernährung spielt insbesondere bei Hunden mit wiederkehrender oder chronischer Pankreatitis eine wichtige Rolle.

Häufig wird eine gut verträgliche und fettarme Ernährungempfohlen. Die genaue Futterzusammensetzung sollte jedoch an den einzelnen Hund, seinen Ernährungszustand und mögliche Begleiterkrankungen angepasst werden.

Sehr fettreiche Leckerlis, Essensreste und plötzliche Futterwechsel sollten insbesondere bei empfindlichen Hunden vermieden werden.


Exokrine Pankreasinsuffizienz (EPI)


Neben der Pankreatitis gibt es eine weitere wichtige Erkrankung der Bauchspeicheldrüse: die exokrine Pankreasinsuffizienz.

Dabei produziert die Bauchspeicheldrüse nicht mehr ausreichend Verdauungsenzyme. Das Futter kann dadurch nicht mehr richtig verwertet werden.


Typische Symptome können sein:

  • deutlicher Gewichtsverlust trotz guten oder gesteigerten Appetits

  • große Kotmengen

  • häufiger Kotabsatz

  • weicher oder breiiger Kot

  • Blähungen

  • schlechte Futterverwertung

Zur Diagnose wird unter anderem der sogenannte TLI-Wert im Blut bestimmt.

Bei bestätigter EPI benötigt der Hund in der Regel Verdauungsenzyme zum Futter. Zusätzlich können eine angepasste Ernährung und – je nach Befund – weitere Ergänzungen erforderlich sein.


Kann eine Pankreatitis wiederkommen?


Ja. Einige Hunde entwickeln nach einer akuten Pankreatitis weitere Entzündungsschübe oder eine chronische Erkrankung.

Deshalb sind nach einer Pankreatitis eine angepasste Ernährung, Gewichtskontrolle und gegebenenfalls regelmäßige Kontrolluntersuchungen sinnvoll.


Wann sollten Sie mit Ihrem Hund zum Tierarzt?


Bitte stellen Sie Ihren Hund zeitnah vor, wenn er wiederholt erbricht, deutliche Bauchschmerzen zeigt, nicht fressen möchte oder ungewöhnlich schwach und teilnahmslos wirkt.

Starkes Erbrechen, ausgeprägte Schmerzen, Kreislaufprobleme oder eine schnelle Verschlechterung des Allgemeinzustandes können auf einen Notfall hinweisen.

Je früher eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse erkannt wird, desto gezielter können wir die Ursache behandeln, Beschwerden lindern und möglichen Folgeproblemen entgegenwirken.

Hypothyreose – Schilddrüsenunterfunktion
Hypothyreose beim Hund – Schilddrüsenunterfunktion erkennen und behandeln


Die Hypothyreose beim Hund, auch Schilddrüsenunterfunktion genannt, ist eine hormonelle Erkrankung, bei der die Schilddrüse zu wenig Schilddrüsenhormone produziert. Dadurch verlangsamen sich zahlreiche Stoffwechselvorgänge im Körper.

Typische Anzeichen können Müdigkeit, Gewichtszunahme, Leistungsschwäche sowie Haut- und Fellveränderungen sein. Da diese Beschwerden auch bei vielen anderen Erkrankungen auftreten können, ist eine sorgfältige Diagnostik besonders wichtig.


Wird eine Schilddrüsenunterfunktion erkannt und richtig eingestellt, können betroffene Hunde in der Regel eine sehr gute Lebensqualität erreichen.


Was passiert bei einer Hypothyreose?


Die Schilddrüse produziert hauptsächlich das Schilddrüsenhormon Thyroxin (T4). Schilddrüsenhormone beeinflussen unter anderem Stoffwechsel, Energiehaushalt, Herz-Kreislauf-System, Haut und Fell sowie zahlreiche weitere Körperfunktionen.

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion produziert die Schilddrüse nicht mehr ausreichend Hormone. Der Stoffwechsel wird langsamer und der Hund kann zunehmend entsprechende Symptome entwickeln.


Welche Hunde können betroffen sein?


Eine erworbene Hypothyreose tritt überwiegend bei mittelalten Hunden auf. Einige Rassen können häufiger betroffen sein als andere.

Die häufigsten Ursachen sind Veränderungen, bei denen funktionelles Schilddrüsengewebe zunehmend verloren geht. Dazu gehören insbesondere immunbedingte Entzündungsprozesse der Schilddrüse und eine Rückbildung des Schilddrüsengewebes.


Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion beim Hund


Die Erkrankung entwickelt sich häufig schleichend. Besitzer bemerken manchmal zunächst nur, dass ihr Hund ruhiger geworden ist oder schneller zunimmt.


Mögliche Symptome sind:


  • Müdigkeit und erhöhtes Schlafbedürfnis

  • verminderte Leistungsfähigkeit

  • Gewichtszunahme ohne deutlich gesteigerte Futteraufnahme

  • Bewegungsunlust

  • Kälteempfindlichkeit

  • trockene oder schuppige Haut

  • stumpfes Fell

  • vermehrter Haarausfall

  • symmetrischer Haarverlust

  • dünner werdendes Fell am Schwanz („Rattenschwanz“)

  • wiederkehrende Haut- oder Ohrprobleme

  • verlangsamter Herzschlag

Nicht jeder Hund zeigt alle diese Symptome.


Haut- und Fellveränderungen als Hinweis


Besonders auffällig können Veränderungen von Haut und Fell sein. Das Fell wächst schlechter nach, wird dünner oder fällt teilweise aus.

Typisch können symmetrische, meist nicht juckende Fellverluste am Körper auftreten. Auch ein zunehmend haarloser Schwanz kann beobachtet werden.

Wiederkehrende Hautinfektionen können ebenfalls mit einer Schilddrüsenunterfunktion verbunden sein.


Kann sich eine Hypothyreose auf das Verhalten auswirken?


Schilddrüsenhormone beeinflussen den gesamten Organismus. Manche Hunde mit Hypothyreose wirken ungewöhnlich ruhig, antriebslos oder weniger aufmerksam.

Verhaltensveränderungen allein beweisen jedoch keine Schilddrüsenerkrankung. Andere medizinische oder verhaltensbedingte Ursachen müssen ebenfalls berücksichtigt werden.


Wie wird eine Hypothyreose beim Hund diagnostiziert?


Die Diagnose sollte nicht allein anhand eines niedrigen T4-Wertes gestellt werden.

Das ist besonders wichtig, denn auch andere Erkrankungen, Medikamente oder körperliche Belastungen können den T4-Wert vorübergehend absenken, obwohl die Schilddrüse selbst gesund ist. Dieses Phänomen wird unter anderem als Euthyroid-Sick-Syndrom bezeichnet.

Für eine zuverlässige Beurteilung betrachten wir deshalb das Gesamtbild aus Symptomen, klinischer Untersuchung und verschiedenen Laborwerten.


Je nach Befund können bestimmt werden:

  • Gesamt-T4

  • freies T4 (fT4)

  • TSH

  • gegebenenfalls Thyreoglobulin-Antikörper (TgAA)

  • weitere Blutwerte zum Ausschluss anderer Erkrankungen

Ein niedriger T4-Wert allein bedeutet also nicht automatisch, dass der Hund eine Schilddrüsenunterfunktion hat.


Schilddrüsen-Antikörper beim Hund


Bei einem Teil der Hunde liegt eine immunbedingte Entzündung der Schilddrüse vor, die sogenannte lymphozytäre Thyreoiditis.

Hierbei richtet sich das Immunsystem gegen Bestandteile der Schilddrüse. Der Nachweis bestimmter Antikörper kann deshalb bei ausgewählten Patienten zusätzliche Informationen liefern.

Die Laborwerte müssen jedoch immer gemeinsam mit den klinischen Symptomen beurteilt werden.


Behandlung der Hypothyreose


Ist die Diagnose gesichert, lässt sich eine Schilddrüsenunterfunktion in der Regel sehr gut behandeln.

Der Hund erhält das fehlende Schilddrüsenhormon Levothyroxinals Medikament. Die Dosierung wird individuell an den Hund angepasst.

Die Behandlung ist normalerweise langfristig bzw. lebenslang erforderlich.


Wann tritt eine Verbesserung ein?


Viele Besitzer bemerken nach Beginn der Behandlung zunächst, dass ihr Hund wieder aktiver und leistungsfähiger wird.

Haut- und Fellveränderungen benötigen dagegen meist deutlich länger. Bis das Fell vollständig nachgewachsen ist, können mehrere Wochen bis Monate vergehen.


Warum sind Blutkontrollen wichtig?


Nach Beginn der Behandlung sind regelmäßige Kontrollen notwendig. Dabei werden der klinische Zustand und die Schilddrüsenwerte überprüft.

So kann beurteilt werden, ob die Dosierung des Medikaments optimal eingestellt ist.

Auch bei einem bereits gut eingestellten Hund sollten langfristig regelmäßige Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden.

Die Dosierung sollte nicht ohne tierärztliche Rücksprache verändert werden.


Wie ist die Prognose?


Die Prognose einer korrekt diagnostizierten und gut behandelten Hypothyreose ist in der Regel sehr gut.

Mit der richtigen Medikamenteneinstellung können die meisten Hunde ein normales, aktives Leben führen.


Wann sollte die Schilddrüse untersucht werden?


Eine Untersuchung kann sinnvoll sein, wenn Ihr Hund ohne erkennbare Ursache zunehmend müde und leistungsschwach wird, an Gewicht zunimmt oder auffällige Haut- und Fellveränderungen entwickelt.

Gerade bei der Schilddrüse gilt jedoch: Nicht ein einzelner Laborwert entscheidet über die Diagnose – entscheidend ist das Gesamtbild.

Gebärmutterprobleme
Gebärmutterprobleme bei der Hündin


Gebärmuttererkrankungen kommen vor allem bei nicht kastrierten Hündinnen vor. Einige Veränderungen verlaufen zunächst unauffällig, können sich jedoch innerhalb kurzer Zeit zu einer ernsthaften oder sogar lebensbedrohlichen Erkrankung entwickeln.

Besonders wichtig ist die Gebärmutterentzündung (Pyometra). Sie tritt häufig einige Wochen nach der Läufigkeit auf und sollte möglichst früh erkannt und behandelt werden.


Welche Gebärmutterprobleme können bei Hündinnen auftreten?


Zu den häufigeren Erkrankungen und Veränderungen der Gebärmutter gehören:

  • Gebärmutterentzündung (Pyometra)

  • Zystische Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut

  • Flüssigkeitsansammlungen in der Gebärmutter

  • Entzündungen nach einer Geburt

  • Veränderungen im Zusammenhang mit hormonellen Störungen

  • Seltener Tumorerkrankungen der Gebärmutter

Eine besondere Bedeutung hat die Pyometra, da sie unbehandelt lebensbedrohlich werden kann.


Was ist eine Pyometra?


Bei einer Pyometra handelt es sich um eine eitrige Entzündung der Gebärmutter. Sie entsteht meist durch das Zusammenspiel hormoneller Veränderungen nach der Läufigkeit und einer bakteriellen Infektion.

Typischerweise tritt sie innerhalb der Wochen nach einer Läufigkeit auf. Betroffen sind insbesondere mittelalte und ältere unkastrierte Hündinnen, grundsätzlich kann jedoch jede unkastrierte Hündin erkranken.

Man unterscheidet zwischen einer offenen und einer geschlossenen Pyometra.

Bei der offenen Form ist der Gebärmutterhals geöffnet und eitriges, gelbliches, bräunliches oder blutig-eitriges Sekret kann über die Scheide abfließen.

Bei der geschlossenen Form kann kein Sekret nach außen gelangen. Die Gebärmutter füllt sich zunehmend mit eitrigem Inhalt. Diese Form ist besonders gefährlich, da äußerlich kein Ausfluss sichtbar sein muss und die Erkrankung deshalb leicht übersehen werden kann.


Welche Symptome können auftreten?


Die Beschwerden können sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Mögliche Anzeichen sind:

  • vermehrter Durst

  • häufigeres Wasserlassen

  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit

  • verminderter Appetit oder Futterverweigerung

  • Erbrechen oder Durchfall

  • Fieber, teilweise aber auch normale oder erniedrigte Körpertemperatur

  • vermehrtes Hecheln

  • Bauchschmerzen

  • zunehmender Bauchumfang

  • eitriger, blutiger oder übelriechender Scheidenausfluss

  • häufiges Belecken der Vulva

  • allgemeine Schwäche

Bei einer geschlossenen Pyometra kann Scheidenausfluss vollständig fehlen.


Warum ist eine Gebärmutterentzündung so gefährlich?


Die in der Gebärmutter vorhandenen Bakterien und deren Stoffwechselprodukte können den gesamten Organismus belasten. Im weiteren Verlauf kann es unter anderem zu einer schweren Kreislaufbelastung, Blutvergiftung (Sepsis) und Organschädigungen kommen.

Im schlimmsten Fall kann die stark gefüllte Gebärmutter reißen und infektiöses Material in die Bauchhöhle gelangen.

Eine Pyometra ist deshalb kein Problem, das man zunächst einige Tage beobachten sollte.

Zeigt eine unkastrierte Hündin insbesondere einige Wochen nach der Läufigkeit plötzlich vermehrten Durst, Mattigkeit, Fressunlust, Erbrechen oder auffälligen Scheidenausfluss, sollte sie zeitnah tierärztlich untersucht werden.


Wie wird die Diagnose gestellt?


Zunächst erfolgt eine gründliche klinische Untersuchung. Besonders wichtig ist die Information, wann die letzte Läufigkeit stattgefunden hat.


Je nach Befund können weitere Untersuchungen sinnvoll sein, beispielsweise:

  • Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes

  • Blutuntersuchung

  • gegebenenfalls Röntgenuntersuchung

  • Untersuchung von Organ- und Entzündungswerten

Mit einer Ultraschalluntersuchung lassen sich eine vergrößerte Gebärmutter und Flüssigkeitsansammlungen häufig gut erkennen.


Wie wird eine Pyometra behandelt?


Welche Therapie notwendig ist, hängt vom Allgemeinzustand der Hündin und vom jeweiligen Befund ab.

Bei einer ausgeprägten Pyometra besteht die Behandlung in vielen Fällen in der operativen Entfernung der erkrankten Gebärmutter und der Eierstöcke.

Vor und während der Behandlung können je nach Zustand der Hündin Infusionen, Schmerzmittel, Antibiotika und weitere stabilisierende Maßnahmen erforderlich sein.


In ausgewählten Fällen kann eine medikamentöse Behandlung erwogen werden. Dies kommt jedoch nicht für jede Hündin infrage und muss individuell entschieden und engmaschig tierärztlich überwacht werden. Zudem besteht nach einer konservativen Behandlung ein Risiko für ein erneutes Auftreten.


Auch nach einer Geburt können Gebärmutterprobleme auftreten


Nicht jede Gebärmutterentzündung steht mit der Läufigkeit in Zusammenhang. Nach einer Geburt kann beispielsweise eine Metritis, also eine Entzündung der Gebärmutter, entstehen.

Auffällig können unter anderem Fieber, Mattigkeit, Appetitlosigkeit, auffälliger oder übelriechender Ausfluss sowie eine unzureichende Versorgung der Welpen sein.

Auch in diesem Fall sollte die Hündin zeitnah untersucht werden.


Frühzeitig untersuchen lassen


Gebärmutterprobleme können zunächst mit relativ unspezifischen Beschwerden beginnen. Gerade bei einer unkastrierten Hündin sollte deshalb nach einer Läufigkeit besonders auf Veränderungen geachtet werden.

Vermehrtes Trinken, Mattigkeit, Fressunlust oder ungewöhnlicher Scheidenausfluss nach der Läufigkeit sollten immer ernst genommen werden.


Je früher eine Gebärmuttererkrankung erkannt wird, desto früher kann die notwendige Behandlung eingeleitet werden.


Wann sollten Sie uns sofort kontaktieren?


Bitte lassen Sie Ihre Hündin insbesondere dann kurzfristig untersuchen, wenn sie nach einer Läufigkeit:

  • plötzlich deutlich mehr trinkt,

  • ungewöhnlich matt oder schwach wirkt,

  • nicht mehr fressen möchte,

  • erbricht,

  • Bauchschmerzen oder einen vergrößerten Bauch zeigt,

  • eitrigen oder auffälligen Scheidenausfluss entwickelt.

Eine Gebärmutterentzündung kann ein lebensbedrohlicher Notfall sein.

Bei entsprechenden Symptomen oder wenn Sie sich unsicher sind, ob bei Ihrer Hündin eine Gebärmuttererkrankung vorliegen könnte, vereinbaren Sie bitte einen Termin zur Untersuchung in unserer Praxis.

Mammatumore
Mammatumore beim Hund – Gesäugetumore frühzeitig erkennen und behandeln


Mammatumore beim Hund gehören zu den häufigeren Tumorerkrankungen bei Hündinnen. Sie entstehen im Bereich der Milchdrüsen, dem sogenannten Gesäuge, und werden deshalb auch als Gesäugetumore bezeichnet.


Ein neu entdeckter Knoten am Gesäuge einer Hündinsollte grundsätzlich tierärztlich untersucht werden. Denn von außen lässt sich nicht zuverlässig beurteilen, ob eine Veränderung gutartig oder bösartig ist.

Je früher ein Mammatumor erkannt und behandelt wird, desto besser können die therapeutischen Möglichkeiten sein.


Was ist ein Mammatumor beim Hund?


Das Gesäuge einer Hündin besteht aus mehreren Milchdrüsenkomplexen, die sich entlang der Unterseite von Brustkorb und Bauch bis in die Leistengegend erstrecken.

Mammatumore können als einzelne oder mehrere Knoten auftreten. Manche Veränderungen sind sehr klein und werden nur zufällig beim Streicheln entdeckt, andere wachsen deutlich sichtbar.

Die Tumoren können gutartig oder bösartig sein. Auch mehrere gleichzeitig vorhandene Knoten müssen nicht zwingend die gleiche Tumorart aufweisen.

Deshalb sollte jeder auffällige Knoten individuell beurteilt werden.


Welche Hündinnen sind besonders gefährdet?


Mammatumore treten vor allem bei älteren, nicht oder erst später kastrierten Hündinnen auf.

Hormone spielen bei der Entstehung vieler Mammatumore eine wichtige Rolle. Insbesondere der Einfluss der weiblichen Geschlechtshormone ist seit Langem bekannt.

Auch Alter, genetische Faktoren und individuelle Veranlagung können das Erkrankungsrisiko beeinflussen.


Symptome: Wie erkennt man einen Mammatumor beim Hund?


Mammatumore können sehr unterschiedlich aussehen und sich unterschiedlich anfühlen.


Typische Veränderungen sind:

  • kleine Knoten im Bereich des Gesäuges

  • einzelne oder mehrere Umfangsvermehrungen

  • harte oder weichere Knoten

  • schlecht verschiebliche Veränderungen

  • schnelles Wachstum eines Knotens

  • Hautveränderungen über dem Tumor

  • Rötung oder Schwellung

  • offene oder blutende Stellen

  • Sekret aus einer Zitze

Ein kleiner Knoten bedeutet nicht automatisch, dass es sich um einen harmlosen Befund handelt.

Jeder neu entdeckte Knoten am Gesäuge sollte tierärztlich abgeklärt werden.


Ist ein Mammatumor beim Hund bösartig?


Nicht jeder Mammatumor ist Krebs. Ein Teil der Mammatumore ist gutartig, andere sind bösartig und können in umliegendes Gewebe einwachsen oder Metastasen bilden.

Eine sichere Beurteilung ist allein durch Anschauen oder Abtasten in der Regel nicht möglich.


Die endgültige Diagnose erfolgt häufig durch die histopathologische Untersuchung des entfernten Gewebes in einem spezialisierten Labor.


Dabei kann unter anderem festgestellt werden:

  • um welche Tumorart es sich handelt

  • ob der Tumor gutartig oder bösartig ist

  • wie aggressiv das Tumorgewebe einzuschätzen ist

  • ob der Tumor vollständig entfernt wurde

Diese Informationen sind wichtig für die weitere Behandlung und Prognose.


Wie wird ein Mammatumor diagnostiziert?


Zunächst wird das gesamte Gesäuge sorgfältig untersucht und abgetastet. Dabei werden Anzahl, Größe, Lage und Beschaffenheit der vorhandenen Knoten dokumentiert.

Auch die regionalen Lymphknoten werden kontrolliert.

Je nach Befund können vor einer Operation weitere Untersuchungen sinnvoll sein, beispielsweise:

  • Blutuntersuchung

  • Röntgenuntersuchung des Brustkorbes

  • Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes

  • Untersuchung auffälliger Lymphknoten

  • weitere bildgebende Diagnostik

Besonders bei Verdacht auf einen bösartigen Tumor ist es wichtig zu überprüfen, ob Hinweise auf eine Ausbreitung der Erkrankung vorliegen.


Behandlung: Mammatumor beim Hund operieren


Die wichtigste Behandlung bei operablen Mammatumoren ist in vielen Fällen die chirurgische Entfernung.

Wie umfangreich operiert werden muss, hängt vom individuellen Befund ab. Möglich sind beispielsweise die Entfernung eines einzelnen Tumors, eines oder mehrerer Milchdrüsenkomplexe oder bei entsprechenden Befunden größere Eingriffe am Gesäuge.

Welche Operationsmethode sinnvoll ist, wird individuell anhand von Größe, Anzahl und Lage der Tumoren sowie dem Gesamtbefund der Hündin entschieden.

Das entfernte Gewebe sollte anschließend histopathologisch untersucht werden.


Warum sollte man mit der Operation nicht zu lange warten?


Mammatumore können wachsen und sich verändern. Bei bösartigen Tumoren besteht außerdem die Möglichkeit, dass Tumorzellen in andere Körperregionen streuen.

Kleinere, frühzeitig erkannte Tumore lassen sich häufig günstiger operieren als sehr große oder bereits mit umliegendem Gewebe verwachsene Veränderungen.

Deshalb sollte ein Knoten nicht erst über Monate beobachtet werden, ohne ihn tierärztlich beurteilen zu lassen.


Wohin können Mammatumore streuen?


Bösartige Mammatumore können Metastasen bilden. Betroffen sein können insbesondere regionale Lymphknoten und die Lunge, je nach Tumorart und Erkrankungsstadium aber auch andere Organe.

Aus diesem Grund kann vor einer Operation ein sogenanntes Tumor-Staging sinnvoll sein.


Wie ist die Lebenserwartung bei einem Mammatumor?


Die Prognose ist von verschiedenen Faktoren abhängig und lässt sich nicht allein anhand des Vorhandenseins eines Knotens beurteilen.

Eine Rolle spielen unter anderem:

  • Tumorart

  • Größe des Tumors

  • histologischer Grad

  • Wachstumsgeschwindigkeit

  • vollständige oder unvollständige Entfernung

  • Beteiligung der Lymphknoten

  • vorhandene Metastasen

Früh erkannte, kleine und vollständig entfernbare Tumoren können eine deutlich günstigere Prognose haben als große, aggressive oder bereits metastasierte Tumoren.


Das Gesäuge regelmäßig kontrollieren


Besonders bei älteren Hündinnen empfiehlt es sich, das Gesäuge regelmäßig vorsichtig abzutasten.

Entdecken Sie einen neuen Knoten, sollten Sie auf folgende Punkte achten:

  • Wo befindet sich der Knoten?

  • Wie groß ist er?

  • Ist er beweglich oder fest mit dem Gewebe verbunden?

  • Verändert er seine Größe?

  • Gibt es Veränderungen der Haut?

Auch sehr kleine Knoten sollten ernst genommen werden.

Unser Rat: Knoten am Gesäuge frühzeitig untersuchen lassen

Ein Mammatumor beim Hund bedeutet nicht automatisch eine schlechte Prognose. Entscheidend ist, die Veränderung möglichst frühzeitig zu erkennen, sorgfältig zu untersuchen und eine individuell geeignete Behandlung zu planen.


Haben Sie bei Ihrer Hündin einen Knoten am Gesäuge entdeckt oder ist eine bereits bekannte Veränderung größer geworden?

Dann empfehlen wir eine zeitnahe tierärztliche Untersuchung.

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